Archiv der Kategorie: Verkehr / mobilità

Autoparteien – Il partito delle auto

Die angekündigte viermonatige Schließung der Eisenbrücke über die Passer für den Autoverkehr, um testen zu können, wie sich diese Maßnahme auf die Lebensqualität der Anrainer, die Mobilität und die Umsätze der Gewerbetreibenden in diesem Gebiet auswirkt, hat gestern zu einem kurzfristigen Beschlussantrag der Civica geführt. Dieser wurde von der Präsidentin des Gemeinderats als so dringlich und außerordentlich wichtig eingestuft, dass er noch vor allen anderen Beschlussanträgen der Opposition behandelt wurde.

Der Antrag, der den Widerruf der viermonatigen Testphase fordert, wurde mit den Stimmen der meisten Oppositions-Parteien und durch das Ausscheren mehrerer Räte von SVP und Alleanza per Merano mit 17 zu 13 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Zwei Dinge sind bemerkenswert:

  1. Die Kritiker der Testphase sehen nur die Interessen der Autofahrer. Man will ihnen auf keinen Fall einen Umweg über die Rätiabrücke oder die MEBO zumuten. Die von der Stadtpolizei vorgebrachten Argumente der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer wurden ignoriert, ebenso der Wunsch der Anrainer nach Verkehrsberuhigung. In der Debatte im Gemeinderat wurde vielmehr der Vorschlag laut, die Brücke allein für Autos zu öffnen. Ein Umweg von mehr als einem Kilometer über die Brücke beim Evangelischen Friedhof für Fußgänger und Radfahrer wurde als völlig normal angesehen. Ob eine vermehrte und sicherere Nutzung der Eisenbrücke durch Radfahrer und Fußgänger den (befürchteten) Verdienstausfall der Gewerbetreibenden in der Speckbacherstraße ausgleichen könnte, wollten die Vertreter der Autofahrer gar nicht erst prüfen lassen.
  2. Für einige Gemeinderäte der Mehrheit zählen bereits getroffene Entscheidungen der Koalition offenbar nichts. Der Stadtrat hat 2016 den Detailverkehrsplan für das Stadtviertel Wolkenstein einstimmig genehmigt, wobei die Aufwertung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer sowie die Verkehrsberuhigung der Speckbacherstraße eine der Maßnahmen ist. Der Stadtrat hat ebenfalls vor einigen Wochen die angekündigte und nun annullierte Testphase einstimmig gutgeheißen. Also auch von den Vertretern von SVP und Alleanza.

Was soll man von PolitikerInnen halten, die es mit Vereinbarungen nicht ernst nehmen? Und die zwar grundsätzlich für eine sanftere Mobilität, für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind, wenn es um konkrete Maßnahmen geht, aber immer vor der Autolobby einknicken?

Toni Ladurner

L’annunciata chiusura temporanea di quattro mesi del Ponte di ferro sul Passirio per i veicoli motorizzati, misura pensata per valutare il relativo impatto sulla qualità della vita dei residenti, sulla mobilità e sul fatturato delle imprese della zona, ha portato ieri ad una immediata mozione della lista Civica per Merano. La Presidente del Consiglio Comunale ha ritenuto questo aspetto talmente urgente ed così importante da dover essere discusso prima di qualsiasi altra risoluzione dell’opposizione.

La mozione, che chiedeva la revoca del periodo di prova di quattro mesi, è stata approvata con 17 voti favorevoli e 13 contrari e un’astensione, in particolare con i voti della maggioranza dei partiti di opposizione e con alcuni franchi tiratori dell’SVP e di Alleanza per Merano.

Due aspetti sono di notevole rilievo:

  1. I critici del periodo di prova considerano solo gli interessi degli automobilisti che non vogliono fare una deviazione attraverso il ponte Rezia o la MEBO. Le considerazioni della Polizia municipale in materia di sicurezza stradale per pedoni e ciclisti sono state del tutto ignorate, così come il desiderio dei residenti di limitare il traffico. Nel dibattito in seno al Consiglio comunale, è stata fatta addirittura la proposta di aprire il ponte alle sole automobili. Una deviazione di oltre un chilometro per pedoni e ciclisti attraverso il ponte all’altezza del cimitero evangelico è invece considerata del tutto normale. I rappresentanti degli automobilisti non hanno neanche voluto verificare, attraverso un periodo di prova, se un utilizzo più intenso e sicuro del Ponte di ferro da parte di ciclisti e pedoni poteva compensare la (temuta) perdita di guadagno dei commercianti di Via Speckbacher.
  2. Evidentemente, per alcuni Consiglieri della maggioranza, le decisioni già prese dall’intera coalizione non contano nulla. Nel 2016 la Giunta comunale aveva approvato all’unanimità il piano del traffico dettagliato per il quartiere „Wolkenstein“, che prevedeva la riqualificazione del ponte in pedonale e ciclabile e la riduzione del traffico in Via Speckbacher. Solo qualche settimana fa, la Giunta comunale aveva approvato all’unanimità questo periodo di prova, quindi anche i rappresentanti di SVP e Alleanza per Merano.

Cosa pensare dei politici che non prendono sul serio gli impegni presi e che in ogni momento si dichiarano a favore di una mobilità più dolce, della protezione del clima e della sostenibilità, e che poi, quando si tratta di adottare misure concrete, cedono sempre alla lobby dell’automobile?

Toni Ladurner

 

Werbeanzeigen

Öffentlicher Nahverkehr: Modellgebiet Meraner Raum

Toni Ladurner

Der HGV hat in der letzten Ausgabe seiner Verbandszeitung vorgeschlagen, den Meraner Raum zu einem Modellgebiet in Sachen Mobilität zu machen. Dazu brauche es nicht nur die dringende Realisierung der Nord-West-Umfahrung, sondern auch den “weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und die Schaffung von Vorzugsspuren für Busse” sowie “innovative Lösungen” für die Anbindung der Anrainer-Gemeinden wie die Standseilbahn nach Tirol und Schenna.

Es ist zu begrüßen, dass der HGV sich den Bemühungen von Bürgermeister Paul Rösch und Referentin für Mobilität Madeleine Rohrer anschließt, die sich mit Nachdruck um Zustimmung in der Stadtregierung und im Gemeinderat bemühen, weil diese Maßnahmen sowohl für die Touristen, als auch und vor allem für die Einheimischen von Vorteil wären. Denn laut Erhebungen von Ing. Ciurnelli kommen nach oder verlassen Meran 81.000 Autos an einem gewöhnlichen Werktag. Diese Autos sind maßgeblich an der Lärm- und Abgas-Belastung verantwortlich, wenngleich die alten, stinkenden und lärmenden Busse den Fußgängern mehr auffallen.

Die Busse bringen aber täglich sehr viele Menschen in die Stadt, die ansonsten mit dem Auto fahren würden. Einige Zahlen am Beispiel Rennweg: Zwischen 7:30 und 8:30 in der Früh haben wir 72 Autobusse, aber 366 Autos (ohne Liefer- und Lastwagen); in den Spitzenstunden (7-9, 12-14 und 16-18 Uhr) wurden am Rennweg 402 Busse gezählt. Es sind in Fahrtrichtung Vinschgauer Tor 2.118 Menschen aus diesen Bussen ein- und 2.640 ausgestiegen. In derselben Zeit in Fahrtrichtung Theaterplatz gibt es 153 Busse; 746 Menschen sind ein- und 970 ausgestiegen. Der öffentliche Verkehr hat also Potential.

Die Förderung des öffentlichen Verkehrs und die Umstellung auf umweltfreundliche Busse wird Staus und die Gesundheitsbelastungen vermindern. Die auch vom HGV gewünschte Aufwertung des öffentlichen Personennahverkehrs wird in Meran aber nur gelingen, wenn die Busse Vorzugsspuren oder möglichst staufreie Abschnitte zur Verfügung haben, die alle Viertel der Stadt in kurzen Intervallen erreichen und den Nutzern Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit garantieren. Ein Beispiel: Während der Verkehrsberuhigung am Theaterplatz konnte die SASA im Abschnitt zwischen Kaiserhof in der unteren Freiheitsstraße und dem Sozialprengel in der Romstraße auf einer Gesamtstrecke von etwa acht Minuten durchschnittlich eine Minute einsparen. Zu den Uhrzeiten mit dem stärksten Verkehrsaufkommen waren es sogar zwei Minuten. Im Vergleich dazu hat die Schließung der oberen Freiheitsstraße für die Busse eine Verlängerung der Route um zwei bis drei Minuten mit sich gebracht.

e-Bus in Wien

Die alten, ratternden und stinkenden Busse, die oft unpünktlich sind, können viele Menschen verständlicher Weise nicht zum Verzicht auf das Privatauto bewegen. Daher muss die Landesverwaltung umgehend ausreichend Mittel für den Ankauf von Umwelt und Benutzer freund-lichen Bussen zur Verfügung stellen und die alternativen Verkehrs-lösungen wie Seilbahnen nach Tirol und Schenna rasch umsetzen.

Man kann natürlich auch über Luftschlösser wie eine Metrobahn in der Stadt philosophieren. Klingt irgendwie super. Nur: Wie viele Jahre braucht die Realisierung eines solchen Projekts? Wer übernimmt die Kosten? Und welche Folgen hätte der Bau einer solchen Infrastruktur im Zentrum der Stadt? Die Geschichte der Nord-West-Umfahrung, die hoffentlich in einigen Jahren ein Ende finden wird, sollte uns Lehre genug sein, dass Megaprojekte nicht die Lösung aller Probleme bringen. Wir müssen jetzt vernünftige, kurzfristig umsetzbare Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr angehen, um der Stadt und dem Umland eine sanftere Mobilität zu garantieren.

Toni Ladurner, Gemeinderat der Liste Paul Rösch/Grüne

Vuoti di memoria e polemiche gratuite – Erinnerungslücken und billige Polemik

Risposta di Toni Ladurner alle critiche di Giorgio Balzarini riportate da „Alto Adige“

Giorgio Balzarini della Lista Civica tuona contro la Giunta comunale, perché i lavori su alcune strade ostacolano eccessivamente il traffico. È vero che le deviazioni e i sensi unici rappresentano un ostacolo per il traffico e richiedono pazienza da parte degli automobilisti e degli utenti dei bus. Per garantire la migliore coordinazione possibile la Giunta ha addirittura incaricato l’ing. Fietta, l’autore del vigente piano del traffico e che, dunque, dovrebbe conoscere bene la situazione della città. Se dunque ci sono ancora dei problemi ciò lo si deve ricondurre all’aumento del traffico privato, aumento dovuto soprattutto al boom turistico. Ma Balzarini e la sua Civica si sono sempre veementemente scagliati contro ogni limitazione del traffico veicolare.

Tutto ciò Balzarini lo dovrebbe sapere. Come sa anche – avendo governato fino al 2015 – che molti lavori a Merano sono stati tirati per le lunghe e che ora era urgente agire. Balzarini perciò ha sempre chiesto con insistenza che una parte considerevole dei soldi che la Giunta precedente non era stata capace di spendere, fossero messi a disposizione dei lavori di manutenzione ed asfaltatura. Ed ora si lamenta dei lavori che si fanno? Lo stesso Balzarini che si è lamentato dei ritardi per l’inizio dei lavori in Corso Libertà inferiore, per poi protestare contro le limitazioni al traffico quando i lavori sono stati fatti e completati nei tempi previsti nonostante le avverse condizioni meteo. Il fatto poi che una serie di lavori sono già stati eseguiti negli ultimi due anni (per esempio via Laurin, via Virgilio, via Wolf fino al centro scolastico), tutto ciò viene passato sotto silenzio.

Vi è dunque molta demagogia nelle esternazioni dell’oppositore. Di proposte concrete non ne abbiamo né sentite né lette.

La Junge Generation nella SVP ha trovato nei Verdi il colpevole dei problemi del traffico. Non vogliamo supporre che i giovani del nostro partner di coalizione abbiano ordito una qualche macchinazione quando parlano del “fallimento della politica verde”. Loro probabilmente sono stati semplicemente informati male e sembrano non sapere che dei due assessori responsabili dei lavori uno appartiene al loro partito. Mentre anche l’altro non è membro dei Verdi. Perciò, cara Junge Generation, attenetevi ai fatti e imparate l’educazione.

 

Toni Ladurner antwortet Giorgio Balzarini

Giorgio Balzarini von der Lista Civica wettert gegen die Stadtregierung, weil die Bauarbeiten auf einigen Straßen den Verkehr zu stark behindern. Sicher, die Umleitungen und die Einbahn-Regelungen sind ein Hindernis für den Verkehr und verlangen von Autofahrern und Busbenutzern oft viel Geduld ab. Um eine möglichst gute Koordinierung zu gewährleisten, hat die Stadtregierung sogar Ing. Fietta beauftragt, der den derzeitigen Verkehrsplan für die Regierung Januth erstellt hatte und die Verhältnisse in der Stadt wahrscheinlich gut kennt. Wenn es also immer noch Probleme gibt, dann wohl in erster Linie wegen der ungebremsten Zunahme des privaten Autoverkehrs, der zum Großteil auf den boomenden Tourismus zurück zu führen ist. Balzarini und seine Civica haben sich bisher jedoch vehement gegen eine Einschränkung des privaten Autoverkehrs ausgesprochen.

Alles das müsste Herr Balzarini eigentlich wissen. Er weiß auch – als Mitregierender bis 2015 – , dass viele Arbeiten in Meran verschleppt worden sind und jetzt dringender Handlungsbedarf ist. Herr Balzarini hat daher bei jeder Diskussion über den Haushalt der Gemeinde darauf gedrängt, möglichst viel von dem Geld, das die Vorgänger-Regierung nicht imstande war auszugeben, für die Instandhaltung und Asfaltierung von Straßen zu reservieren. Und nun meint er, es sei zu viel des Guten! Der gleiche Balzarini, der sich beklagt hat, als es Verzögerungen beim Beginn der Arbeiten in der unteren Freiheitsstraße gab, hat sich dann prompt aufgeregt, dass der Verkehr behindert wurde, als die Arbeiten durchgeführt und trotz widrigen Witterungsbedingungen termingerecht abgeschlossen wurden. Dass in den letzten zwei Jahren eine Reihe anderer Arbeiten bereits gemacht wurden (z.B. Laurin- und Vergilstraße, Karl-Wolf-Straße bis Schulzentrum) verschweigt er.

Es ist steckt also viel Demagogie in den Verlautbarungen des Oppositionspolitikers. Konkrete Vorschläge waren bisher keine zu hören oder zu lesen.

Für die Junge Generation in der SVP sind die Grünen Schuld an den Verkehrsproblemen. Wir wollen den Jungen unseres Koalitionspartners nicht Böswilligkeit unterstellen, wenn sie von einem “Versagen grüner Politik” schreiben. Sie sind wahrscheinlich schlecht informiert (worden) und scheinen nicht zu wissen, dass einer der zwei Referenten, die für die Arbeiten verantwortlich sind, ihrer Partei angehört. Und der andere Referent ist ebenfalls kein grüner Politiker. Daher, liebe Junge Generation, auch im Wahlkampf bei den Fakten bleiben und die guten Manieren nicht vergessen!

Toni Ladurner

 

Nachhaltige Mobilität: Umdenken bei der SVP?

Mit Genugtuung stellen wir fest, dass die SVP des Bezirks Burggrafenamt im Bereich Mobilität anscheinend umzudenken beginnt. Stand für die Edelweiß-Partei bisher der möglichst unge­bremste Autoverkehr im Mittelpunkt und wurden Lösungen für die Mobilität in Meran und Umgebung auf den Tag nach der Eröffnung des zweiten Teils der Nordwest-Umfahrung ver­schoben, heißt nun für die Bezirks-SVP das neue Zauberwort „vernetztes Konzept“.

Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen, bei denen nicht nur Autofahrer wahlbe­rechtigt sind und aufgrund der alarmierenden Situation der Schadstoffbelastung durch den motorisierten Verkehr (bestätigt durch einen SVP-Landesrat), wäre es natürlich unklug, weiterhin nur den Autoverkehr im Fokus zu haben, den öffentlichen Nahverkehr durch lange Umwege und verstopfte Straßen unattraktiv zu machen und dem Rad- und Fußverkehr viele Behinderungen zuzumuten.

Die SVP besinnt sich nun auf die Studie „Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt“ (NAMO­BU 2013) der Bezirksgemeinschaft, die sie bis jetzt nicht ernst genommen hat. Diese Studie sieht für Meran die Priorität in den Bereichen Fahrrad, Fußgänger und öffentlicher Verkehr vor und eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Die Mobilitätspolitik der Ge­meinde Meran unter Bürgermeister Paul Rösch und Stadträtin Madeleine Rohrer versucht genau diese Empfehlungen umzusetzen. Die Stellungnahme der Bezirks-SVP erhöht nun die Chance, dass Lösungen für eine nachhaltige, sanftere und gesündere Mobilität weniger Wi­derstand zu erwarten haben.

Es ist kurios, aber verständlich, dass die Kursänderung der SVP ihren Mitgliedern und Wählern in einer als Kritik an der „grünen“ Verkehrspolitik verpackten Stellungnahme präsentiert werden muss, indem z.B. nicht näher definierte „Schikanen“ gegen die Autofahrer angeführt wer­den. Aber positiv ist, dass die in Meraner SVP-Kreisen umstrittene straßenunabhängigen Verbindungen nach Schenna und Tirol ausdrücklich befürwortet werden.

Wir fänden es super, wenn die Bezirks-SVP in dem gewünschten vernetzten Konzept auch andere Anregungen der NAMOBU-Studie mittragen würde, die zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs beitragen. Wir denken dabei z.B. an die Definition gemeinsamer Regeln für die Ansiedlung von Einkaufszentren, Ausweisung von Gewerbezonen und für die Entwicklung im touristischen Bereich, die Verkehr anziehen.

Das Mobilitätszentrum am Bahnhof ist ein wichtiges Element zur Steuerung des Verkehrs und hat auch für die Liste Rösch/Grüne hohe Priorität. Dessen Realisierung hängt maßgeblich davon ab, ob die Stadtwerke sich zum raschen Bau der Tiefgarage am Bahnhof verpflichten und ob einige noch offene Fragen mit der Landesver­waltung und mit Privaten zügig geklärt werden können.

Aber wenn „nachhaltige Mobilität“ wirklich das Ziel unseres Koalitionspartners ist, dann sind die Aussichten auf eine bessere Abstimmung der Verkehrspolitik im Bezirk gut.

Für die Liste Rösch/Grüne

Cristina Kury und Toni Ladurner

Meran, am 25. April 2018

 

Verkehrspolitik: Vorrang für Gesundheit und Sicherheit

Die in den Medien veröffentlichte SVP-Kritik an der Meraner Verkehrspolitik verwundert:

  1. Sämtliche Maßnahmen, die nun kritisiert werden, sind vom Stadtrat gutgeheißen worden, dem 2 Mitglieder der SVP angehören.
  2. Die SVP hat über Jahre sowohl den Bürgermeister als auch den Verkehrsstadtrat gestellt. Das nun eingeforderte „langfristige Gesamtkonzept“ in Zusammenarbeit mit dem Bezirk gibt es. Das von der Bezirksgemeinschaft in der Vergangenheit erarbeitete „Namobu“ (Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt) blieb allerdings in Meran toter Buchstabe wie auch die von den Grünen seit Jahren lancierte straßenunabhängige Verbindung nach Schenna bzw. der Ausbau des Sesselliftes nach Dorf Tirol.
  3. Die SVP stellt fest, dass Meran im Verkehr erstickt. Das stimmt leider. Das Rezept, dass man nun die Fertigstellung der Nordwest-Umfahrung abwarten soll (mindestens 6 bis 7 Jahre), bevor Maßnahmen gesetzt werden, überzeugt nicht.
  4. Der Blickwinkel der Kritik ist ausschließlich auf den Autofahrer gerichtet: die Rechte der anderen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel) werden entweder komplett übersehen oder als völlig untergeordnet eingestuft.

Dazu einige Fakten und Überlegungen zum Verkehr in Meran:

  1. Die Zahl der in der Stadt verkehrenden Privatautos nimmt jährlich zu. In den vergangenen Jahren ist der private Autoverkehr in der Innenstadt durch den Bau von Parkgaragen noch gefördert worden (die letzte Garage wurde erst vor eineinhalb Jahren im Ex-Bristol Hotel eröffnet).
  2. Gleichzeitig hat die vorherige Regierung über Nacht die obere Freiheitsstraße auch für Busse und Taxis gesperrt und dadurch den öffentlichen Nahverkehr auf etlichen Strecken weniger attraktiv gemacht (Verspätungen und Ausfälle von Fahrten haben stark zugenommen).
  3. Meran verfügt leider immer noch nicht über ein durchgängiges und sicheres Radwege-Netz. Dafür müssen zum Teil erst die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen geschaffen werden, was einige Jahre brauchen wird.
  4. Die Zahl der Gäste in der Stadt und vor allem in den umliegenden Touristenhochburgen steigt nach wie vor, weil es dort einen ungebremsten Zuwachs an Gästebetten gibt. Und die meisten Touristen sind mit ihrem PKW unterwegs und tragen zur Verstopfung der Straßen bei.
  5. Die Belastungen durch Abgase und Lärm überschreiten an etlichen Stellen öfters die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte oder befinden sich am Limit. Dem will und muss die Gemeinde entgegenwirken. Auch der für Umwelt zuständige Landesrat Theiner hat erst kürzlich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gefordert.
  6. Merans Straßen lassen nur an wenigen Stellen die Errichtung von Vorzugsspuren für Busse oder Fahrräder zu, so dass sich auf den allermeisten Straßen PKWs, LKWs, Busse, Fahrräder und Fußgänger den begrenzten Platz teilen müssen und daher die Frage der Sicherheit eine besondere Bedeutung hat.

Wie kann man verhindern, dass die Stadt im Autoverkehr erstickt und in nicht zu ferner Zukunft wegen zu hoher Luftverschmutzung und Lärmbelastung drastische Einschränkungen notwendig werden?

  • Wir müssen ein attraktives Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln schaffen, das Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit garantiert und dadurch Menschen bewegen kann, auf das Auto zu verzichten. Auch die schrittweise Umstellung auf emissionsärmere oder E-Busse ist notwendig.
  • Wir brauchen bessere, sichere Radwege und gute Gehsteige, damit manche Kurzstrecke (z.B. zur Schule und zum Kindergarten) ohne Privatauto zurückgelegt werden kann.
  • Wir müssen dafür sorgen, dass ein Teil der Autos, die von der MEBO oder aus den umliegenden Gemeinden kommen, nicht ins Zentrum fahren (müssen). Dazu sind in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt folgende Maßnahmen möglichst rasch umzusetzen:
    •  die Errichtung einer Tiefgarage am Bahnhof (die Zufahrtsrampen gibt es schon)
    •  die Realisierung der Standseilbahn nach Schenna und des wetterfesten Gondellifts nach Dorf Tirol.
  • Auch die Schaffung von mindestens einem weiteren Camper-Abstellplatz am Stadtrand und gute Lösungen für die Warenlogistik könnten das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt begrenzen.
  • Wir werden auch nicht umhin kommen, für den privaten Autoverkehr als Hauptverantwortlichen für die Luftverschmutzung Einschränkungen zu beschließen.

Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 oder 40 kmh (in Bozen übrigens schon seit Jahren in Kraft) kann auch die Lärmbelastung bis zu 3 Dezibel reduziert werden. Das ist nicht nur zum Vorteil für die Gesundheit der Anrainer, sondern erhöht auch stark die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Denn während der Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h einer Fallhöhe von 10 Metern entspricht, reduziert sich dieser Wert auf 3,5 Meter bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h.

  • Die Herausforderung besteht darin, nicht diejenigen zu treffen, die auf das Auto aus beruflichen Gründen angewiesen sind, sondern jenen Leuten, die auf das Auto ganz oder teilweise verzichten könnten, die Wahl für ein anderes, die Umwelt weniger belastendes Verkehrsmittel zu bieten und dadurch allen Menschen in der Stadt saubere Luft zum Atmen und mehr Raum für sichere Bewegung zur Verfügung zu stellen. Denn wie der Dachverband für Natur und Umweltschutz ermittelt hat, gibt es in Südtirol wegen zu hoher Stickoxid-Werte in der Luft pro Jahr 68 vorzeitige Todesfälle.

Es gibt also viele und gute Gründe, gemeinsam ein gutes Verkehrskonzept zu entwickeln, das Alternativen zum privaten Autoverkehr anbietet, um die Gesundheit, die Sicherheit und die Mobilität aller Bürger zu garantieren. Das  Koalitionsprogramm gibt klare Leitlinien vor, die seit zwei Jahren mit kleinen Schritten umgesetzt werden. Die großen Fragen wird der neue Verkehrsplan beantworten, der jetzt in Ausschreibung ist.

Toni Ladurner, Cristina Kury             

Funicolare per ridurre il traffico stradale

La funicolare da Merano a Scena è una vera occasione per ridurre il traffico a Merano. La lista Verdi/Rösch appoggia convintamente lo studio Hüsler commissionato dal Burgraviato auspicando che si pongano speditamente le condizioni per la realizzazione.

Il 9 marzo il consiglio comunale con la sua deliberazione ha posto le condizioni per fare partire l’avviso pubblico della costruzione del garage in caverna che può essere costruita se si trovano investitori interessati alla realizzazione e gestione (per ca. 45 anni) del garage a proprie spese. Il garage – se costruito – sarà in funzione solo al momento dell’agibilità della circonvallazione.

Lo studio di fattibilità dell’ing. Moroder del garage in caverna contiene anche la possibilità di una combinazione fra garage di caverna e stazione base di un collegamento alternativo (funicolare) fra Merano e Scena. Quest’ultimo progetto è nato da uno studio di fattibilità del ing. Hüsler commissionato dal Burgraviato con lo scopo di trovare mezzi alternativi a quello stradale fra Merano e i comuni Scena e Tirolo.

Mentre alcuni partiti sono convinti che la realizzazione della circonvallazione con il tunnel sotto Monte Benedetto sia atto a liberare la città in modo decisivo dal traffico, noi siamo dell’av­vi­so che la sola circonvallazione non porterà ad una determinante riduzione: la circonvallazione serve più che altro al traffico di transito (ca. 20 % del traffico complessivo) ma non a chi vuole arrivare in città (ca. il 80% del traffico complessivo).

Per questo motivo la lista Rösch/Verdi saluta con favore lo studio commissionato dal Burgraviato di trovare mezzi alternativi per il trasporto delle persone che vogliono scendere da Scena a Merano integrando in fase successiva il progetto anche con un collegamento con Tirolo magari potenziando l’attuale seggiovia tramite una cabinovia.

È ovvio che un tale collegamento innovativo con Scena e Tirolo – due comuni ad intensa attività turistica – contribuirebbe fortemente alla riduzione del traffico a Merano. Ricordiamo che i pernottamenti turistici a Scena superano il milione “battendo” così addirittura i pernottamenti record dell’ultimo anno a Merano.

Certo, questa idea di collegamento fra Merano e Scena e Tirolo non è nuova: Si ricorda lo studio Eurac del lontano 2003 e lo studio molto concreto di Bernard Walter, tutti e due sempre sostenuti dai Verdi.

La novità è che ora i tempi sembrano maturi: Le tre giunte dei comuni coinvolti (Merano, Scena e Tirolo) si sono espressi in modo positivo allo studio dell’ ing. Hüsler che propone la realizzazione di una funicolare fra Merano e Scena.

La lista Verdi/Rösch appoggia convintamente questa prospettiva e auspica che si pongano speditamente le condizioni per la realizzazione, essendo convinti che solo in questo modo si può arrivare ad una riduzione sostanziale del traffico in città.

Echte Verkehrsberuhigung durch Standseilbahn

In Hinblick auf den für Ende dieses Jahres geplanten Baubeginn des zweiten Teils der Nord-West-Umfahrung hat der Gemeinderat am 9. März die Weichen für die Errichtung einer Kavernengarage unterm Küchelberg durch private Investoren gestellt. Dieses umstrittene Vorhaben, das Teil des Koalitionsabkommens ist, könnte möglicher Weise in Verbindung mit einem Projekt der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt zur Schaffung einer Straßen unabhängigen Verbindung nach Schenna (z.B. in Form einer Standseilbahn, die den Küchelberg in einem Stollen durchquert) realisiert werden und dadurch neue Perspektiven für die Mobilität in und um Meran eröffnen.

Während sich ein Teil der Koalition und auch andere Parteien im Gemeinderat von der Umfahrung und von der Kavernengarage eine wesentliche Entlastung des Verkehrs in der Stadt erwarten, gehen wir Grüne davon aus, dass diese Vorhaben alleine keine tiefgreifende Lösung bringen werden.

Die Nord-West-Umfahrung wird einen Großteil des Durchzugsverkehrs von der Stadt fernhalten (ca. 15 – 20% des Gesamtverkehrs) während sie den Ziel- und Quellverkehr (80 – 85%) kaum beeinflussen wird. Die Kavernengarage wird nur dann zu einer teilweisen  Verkehrsberuhigung in der Stadt beitragen, wenn statt der in der Garage vorgesehenen Stellplätze an der Oberfläche Rotationsparkplätze verschwinden und Raum schaffen für  Anrainer-Parkplätze, breitere Gehwege und mehr Grün, für ein durchgehendes, sicheres Radwegenetz oder Vorzugsspuren für Busse. Also mehr Lebensqualität durch weniger Autos auf den Straßen der Stadt geboten wird.

Wesentlich größer wäre die Verkehrsberuhigung, wenn man das Vorhaben einer Standseilbahn nach Schenna realisiert und den bestehenden Sessellift nach Dorf Tirol zu einer wetterfesten Verbindung ausgebaut, weil dadurch die Zahl der Autos aus den zwei Touristen-Hochburgen sehr stark reduziert werden könnte.

Im Gemeinderat gibt es immer noch Leute, die zusätzlich zu den Parkgaragen möglichst viele Parkplätze auf den Straßen möchten. Auch von der Standseilbahn nach Schenna sind nicht alle angetan. So meinte etwa Andrea Casolari von der „Civica“, dass die Kavernengarage nicht ausgelastet sein könnte, wenn Touristen aus Schenna mit der Bahn nach Meran fahren. Er nimmt also weiterhin Stau und Verschmutzung in Kauf, weil private Interessen höher eingestuft werden.

Wir Grüne stehen zur Vereinbarung bezüglich Kavernengarage, treten aber mit Nachdruck für die möglichst gleichzeitige Realisierung der Standseilbahn nach Schenna ein und unterstützen eine bessere Sessellift-Verbindung nach Dorf Tirol. Da selbst der zukünftige SVP-Bezirksobmann Zeno Christanell diese umweltfreundliche Verbindung nach Schenna lobt und sie als prioritär einstuft und die Gemeinde Schenna auf deren Verwirklichung drängt, stehen die Zeichen gut, dass auch in Meran diese Chance für eine innovative Lösung genutzt wird.

Wem die Verkehrsberuhigung und die gute Luft wirklich ein Anliegen sind, der darf die Bevölkerung nicht mehr nur mit der Kavernengarage vertrösten.

Toni Ladurner