Archiv der Kategorie: Veranstaltungen / manifestazioni

#greeningtourism – Convegno internazionale a Merano:

Limiti e opportunità dello sviluppo turistico in Europa e sull’Arco alpino

All Inclusive? Con questa domanda i Verdi del Sudtirolo hanno accolto una platea internazionale per analizzare il conflitto, ma anche le possibili simbiosi tra natura e turismo. Questo è stato il tema del convegno del 23-24 giugno 2017 organizzato in collaborazione con i Verdi Europei presso il Pavillon des Fleurs a Merano.

Rappresentanti Verdi da Italia, Austria, Svezia, Spagna, Grecia, Bulgaria, Slovenia, Polonia, ecc. si sono confrontati con i relatori sudtirolesi, il sindaco Paul Rösch e il capo della comunicazione di IDM Thomas Aichner, sulle seguenti domande: il settore turismo ha ormai raggiunto i limiti della sua crescita? Come si è trasformata la relazione tra l’ospite e la popolazione locale? Quali sono e saranno gli effetti del cambiamento climatico sul turismo? E, d’altro canto, in che modo il turismo contribuisce al riscaldamento terrestre?

L’Alto Adige/Südtirol, con i suoi 31 milioni di pernottamenti, si deve porre la domanda se, come altre destinazioni turistiche, possa soddisfare la sua vocazione di luogo della “Sehnsucht” semplicemente aumentando le sue infrastrutture. Natura e paesaggio sono le attrazioni principali per i viaggiatori che scelgono la nostra provincia come meta: è dunque necessario creare esperienze di buon equilibrio tra le richieste di autenticità/avventura e il bisogno di raggiungibilità/comfort. Alcune esempi riusciti di turismo rispettoso e vicino alla natura, ad esempio dalla Svezia, sono stati presentati nel corso del convegno

Accanto a casi spaventosi di distruzione ed estraneazione causate dal turismo, esistono possibili soluzioni:

  • I viaggi sostenibili, rispettosi e curiosi sono un trend che potrebbe essere favorevole al fragile equilibrio alpino e di cui sarebbe importante assicurarsi il mercato.
  • La preparazione ai tempi che verranno, post-era sciistica, è al momento ancora un tabù. Allo stesso tempo questo scenario apre nuove opportunità per il turismo invernale.
  • È necessario riconoscere i limiti della crescita. Non abbiamo bisogno di aumentare i posti letto, ma dobbiamo concentrare gli sforzi in una migliore distribuzione geografica e stagionale.
  • Abbiamo bisogno di una nuova alleanza tra viaggiatori e popolazione locale per assicurare l’esperienza di autenticità e per mantenere l’identità delle mete turistiche.
  • Infine è importante convincere le operatrici e gli operatori turistici che alla lunga sopravviverà solo il turismo sostenibile.

Anche in questo senso la politica deve porre le basi – prima lo farà, meglio sarà per tutte e tutti.

Brigitte Foppa, Tobias Planer – Co-portavoce Verdi Grüne Vёrc

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All inclusive?

Tourismus-Tagung der europäischen Grünen in Meran

Die europäischen Grünen haben Meran als Austragungsort einer internationalen Tagung zum Tourismus gewählt und diese in Zusammenarbeit mit den Südtiroler Grünen organisiert. Bürgermeister und Parlamentsabgeordnete,  VertreterInnen verschiedener Organisationen und ExpertInnen aus fast einem Dutzend Länder oder Regionen haben an drei Tagen zu diesem Querschnittsthema, wie Hans Heiss es nannte, einen interessanten Gedankenaustausch geführt.

Der Film „Das Venedig Prinzip“ von Andreas Pichler am Freitag 23. Juni, die Tagung am 24. Juni im Pavillon des fleurs und die Besichtigung des Touriseums am 25. Juni haben allen nachdrücklich vor Augen geführt, dass der Toursimus mittlerweile alle Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens durchdringt und daher eine umfassende und differenzierte Antwort auf die vielen Fragen seiner Entwicklung erfordert.

Der Tourismus wird in Regionen wie Nord- und Südtirol oder in Venedig als tragende Wirtschaftssäule und als Quelle von Wohlstand, aber teilweise auch als Element der Belastung von Natur und Umwelt wahrgenommen. Die Zahlen, die Thomas Aichner für Südtirol genannt hat, zeigen dies sehr deutlich: 31 Millionen Übernachtungen von ca. 7 Millionen Touristen jährlich, die in 10.000 Betrieben mit  219.000 Betten täglich an die 120 € ausgeben. Noch höhere Werte erzielen Nordtirol und Venedig, so dass sich für alle diese Gebiete neben den Herausforderungen einer harmonischen und nachhaltigen Entwicklung auch die Frage nach den Grenzen des Wachstums stellt. Die Zahlen, die Silvia Simoni zum Verkehr auf den Dolomitenpässen angeführt hat (z.B. überqueren im August stündlich ca. 5.500 Autos den Karerpass!) zeigen dringenden Handlungsbedarf, wenn Umwelt und Tourismus hier eine Zukunft haben sollen.

Bürgermeister Paul Rösch hat die Problematik auf die griffige Formel gebracht: Wir sollen uns für einen Tourismus stark machen, der von der ganzen Bevölkerung mitgetragen werden kann. Und das gelingt nur, wenn die Infrastrukturen, das kulturelle und kulinarische Angebot und die Freizeitaktivitäten von Touristen und Einheimischen gleichermaßen genutzt und geschätzt werden. Dabei gelte es, verstärkt „grüne“ Anliegen wie sanfte Mobilität, Gesundheit und Völkerverbindung zu fördern.

Für Regionen in Griechenland oder Bulgarien, die nicht am Meer liegen, stellt der Tourismus hingegen noch eine Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung dar, der Abwanderung und (Jugend-)Arbeitslosigkeit vermindern kann.

Wir Grüne sind also gefordert, auf die vielen Fragen, die der Tourismus als Teil der Globalisierung aufwirft, auf vielfältige und kreative Weise Antworten zu geben. Die Tagung in Meran war ein gutes Beispiel, dass ein Grenz übergreifender und unvoreingenommener Austausch die Voraussetzung für langfristig tragbare und ökologisch vertretbare Entwicklungen ist.

Toni Ladurner

Ein Wochenende in Meran

Fröhlich – bunt – Völker verbindend

Neben etlichen kleineren Veranstaltungen erlebte Meran am zweiten Juni-Wochenende gleich drei viel beachtete Highlights: das Treffen der Staatspräsidenten von Italien und Österreich, das Straßenfestival „asfaltart“ und ein Benefiz-Fußballspiel für die Erdbebenopfer von Mittelitalien.
Alle drei Großereignisse, verfolgt und mitgetragen von Tausenden von Menschen jeden Alters und verschiedener Sprachen in einer eleganten Stadt in Feierlaune und überstrahlt von einer warmen Sonne, haben gezeigt, wie belebend und bereichernd Vielfalt und Unterschiedlichkeit sein können. Beeindruckend und nach vorne blickend die Feier im Kurhaus, wo Landeshauptmann Arno Kompatscher, der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen und Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella daran erinnerten, dass durch die Streitbeilegung vor 25 Jahren ein neues, friedliches Kapitel zwischen den zwei Staaten aufgeschlagen wurde und die Autonomie Südtirols auf einer soliden Grundlage weiterentwickelt werden kann. Sehr würdig und ein Zeichen des Aufbruchs die musikalische Begleitung durch das Landesjugendblasorchester und den Landesjugendchor, die protokollarische Gepflogenheiten und zeitgemäße Entwicklungen gut vereinigt hat.
Eine interessante „Umrahmung“ der Feierstunden im Kursaal bildete das Straßenfestival asfaltart. Die hervorragenden Aufführungen von Künstlern und Artisten aus aller Welt und das fröhliche Treiben auf den Straßen Merans zeigen, dass die Zukunft in einem friedlichen Miteinander und in der Offenheit liegt. Und das Fußballspiel zwischen den Mannschaften der Richter und Parlamentarier, verstärkt durch die zwei Stars Zinedine Zidane und Ciro Ferrara, ist Beweis, dass Solidarität und Hilfe in Not keine leeren Worte sein müssen, sondern breiten Zuspruch haben können.
Ein Wochenende in Meran, das Hoffnung macht.

Toni Ladurner 11. Juni 2017

Landesversammlung der Grünen: Kontinuität und Wandel

Bei der Landesversammlung am 27. Mai 2017 haben wir Grüne gezeigt, dass wir an Prinzipien und Führungspersönlichkeiten, die sich bewährt haben, festhalten und gleichzeitig die Fähigkeit zu Erneuerung und Anpassung besitzen.

Der sprachlich ausgefeilte und witzig vorgetragene Rückblick von Hans Heiss hat bereits gezeigt, was grüne Politik auszeichnet: scharfe Analyse und klare Aussagen zu allen relevanten Themen, eindeutige Positionierung bei gleichzeitiger Suche nach gemeinsamen Lösungen, Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft und entschlossene Verteidigung der Rechte aller Menschen und der Natur. Mit lang anhaltendem Applaus hat die Versammlung Hans Heiss, der sich als Co-Vorsitzender verabschiedete und nicht mehr für den Landtag kandidieren wird, für seinen Einsatz gedankt.

Die in einem mehrmonatigen Diskussionsprozess erarbeitete Vision fasst in wenigen Sätzen die strategische Ausrichtung grüner Politik zusammen (Wir Verdi Grüne Vërc stehen für die Rechte der Menschen und der Natur ein – Grüne Politik ist Politik der Beteiligung – Die Vielsprachigkeit und Bodenständigkeit Südtirols sind für uns wertvoll – Wir verstehen uns als Teil eines solidarischen Europa in einer globalisierten Welt).

Wir Südtiroler Grünen  haben uns durch ein Abkommen mit der Föderation der Grünen Italiens das Recht erkämpft, als gleichberechtigte Organisation in die Europäische Grüne Bewegung aufgenommen zu werden.

Florian Kronbichler hat in seinem Statement den schwierigen, manchmal auch erfolgreichen Job beschrieben, im Parlament in Rom den Unterschied zwischen den allgemeinen Interessen des Landes Südtirol und den Partikularinteressen der SVP zu erklären – besonders eklatant am Beispiel Wahlgesetze.

Die Resolutionen zur Reduzierung der Schadstoffbelastung auf der Brennerautobahn, für eine sanfte Mobilität in den Dolomiten und eine nachhaltige Digitalisierung sind Ausdruck der Bemühungen, konkrete Anliegen im Bereich Umweltschutz und technische Entwicklung weiterhin mit Nachdruck zu vertreten.

Der schon lange überholte Vorwurf, wir würden uns als „Nein-Sager-Partei“ profilieren, wurde durch die Berichte von Merans Bürgermeister Paul Rösch und die Bozner Stadträtin Maria Laura Lorenzini über die erfolgreiche gestalterische Arbeit in den zwei größten Gemeinden Südtirols anschaulich widerlegt.

Schließlich wurde durch die Wahl von Brigitte Foppa und Tobias Planer zu den neuen Co-Vorsitzenden der Partei bewiesen, dass es auch in personellen Fragen Kontinuität und Erneuerung gibt.

Toni Ladurner

700xM: Kultur bewegt und verbindet

Die Veranstaltungen am letzten Wochenende im März waren ein Höhepunkt der Feiern zum 700. Geburtstag der Verleihung des Stadtrechts an die Stadt Meran. Sie waren auch und vor allem ein Wochenende im Zeichen des Miteinander mit einem sehr abwechslungsreichen Programm, das Tausende Meraner Bürger/innen genutzt und genossen haben und das sie neugierig gemacht haben wird auf die noch folgenden Veranstaltungen im Laufe des Jahres.

Dutzende Mitarbeiter/innen der Gemeinde und der Kurverwaltung standen für Führungen und Rundgänge in der Stadt zur Verfügung: an bekannten Orten wie dem Kursaal und dem Palais Mamming oder an sonst nur schwer zugänglichen Sehenswürdigkeiten wie dem Wappensaal im Ansitz Hohensaal, der Bibliothek der Kapuzinerkirche, dem Henkerstübchen beim Bozner Tor und dem Turm der Evangelischen Kirche. Schüler/innen der deutschen und italienischen Musikschulen sowie verschiedene Chöre und Tanzvereinigungen haben mit ihren Darbietungen in der Landesfürstliche Burg, im Kursaal oder auf den Straßen die Leute verzückt. Für Gaumenfreuden sorgten die Schüler/innen der Gastgewerbeschulen Savoy, Ritz und Kaiserhof beim Festakt im Stadttheater oder beim Alkohol freien Aperitif im Kursaal.

Sehr regen Zulauf (rund 3400 Besucher) hatte auch die von Manfred Schweigkofler, Christoph Grigoletti und David Hüger gestaltete Show Meran007, die mit moderner Technik und viel Effekten einen Abriss der Meraner Geschichte von den Anfängen bis heute zeigte.

Das vielfältige und bunte Programm war Beweis für die Aussage von Bürgermeister Paul Rösch, „dass Meran viele Mütter und Väter hat, die mit ihren Taten diese Stadt und ihre Geschichte geprägt haben.“ Die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen hat gezeigt, dass Kultur nicht nur eine Minderheit interessiert, sondern die breite Bevölkerung ansprechen und Menschen unterschiedlicher Sprachen miteinander verbinden kann. Bürgermeister Paul Rösch und sein Stellvertreter Andrea Rossi haben durch die Einbeziehung der Vereine in die Planung die Voraussetzung dafür geschaffen, dass das 700-Jahr-Jubiläum keine von oben verordnete Erinnerungskultur ist. „Wir haben das Jubiläumsprogramm von Anfang an so konzipiert, dass sich alle Meranerinnen und Meraner auf die Weise beteiligen können, die sie sich wünschen – ganz im Geiste der Offenheit und Liberalität“, betonte Paul Rösch in seiner Ansprache beim Festakt.

Es lohnt sich, in Kultur zu investieren.

Toni Ladurner

Direkte Demokratie – Beispiel Schweiz

 

Toni Ladurner Gemeinderat

Toni Ladurner Gemeinderat

Nach der Volksabstimmung zum Ausbau des Flughafens Bozen ist es vielleicht interessant, die Ausführungen und Anregungen von Leonello Zaquini über die direkte Demokratie in der Schweiz zu reflektieren.

Auf Einladung von Vize-Bürgermeister Andrea Rossi referierte Zaquini am 8. Juni, 70 Jahre nachdem sich die italienische Bevölkerung in einem Referendum für die republikanische Staatsform  ausgesprochen hatte, in Meran zum Thema „Direkte Demokratie aus der Nähe“.

Zaquini, gebürtiger Italiener, Ingenieur und seit Jahrzehnten wohnhaft in der Uhrenstadt Le Locle im Kanton Neuchâtel und dort Gemeinderat, zeigte anschaulich und pragmatisch, wie Politik in der Schweiz „tickt“. Man muss korrekter weise sagen, wie Politik in seiner Gemeinde und in seinem Kanton funktioniert, weil durch das föderale System die Verfassung und das Wahlrecht in jedem Kanton anders sind. Dinge, die bei uns als unverrückbare Bestandteile des politischen Systems gelten, wie Mehrheiten und Minderheiten in den Parlamenten mit Fraktionszwang, wo die Parteiführungen als entscheidende Instanzen fungieren, sind in der Schweiz nicht oder nur eingeschränkt gültig. Sachthemen stehen im Vordergrund, so dass es bei Abstimmungen in seinem Gemeinderat keine vorgefassten Koalitionen gibt. Was bei uns eher anrüchig ist, eine Zusammenarbeit von „linken“ und „rechten“ politischen Kräften, sei dort gang und gäbe. Das Allgemeinwohl stehe im Vordergrund, basierend auf einer stärkeren Selbstverantwortung der Bürger/innen.

Diese andere politische Kultur der Schweiz kann nicht nach Italien importiert werden. Wohl aber können einige Lehren und Beispiele der direkten Demokratie aus diesem Land auch von uns genutzt werden: Die direkte Demokratie soll als Korrektiv der repräsentativen Demokratie dienen, sie soll den Dialog über politische Belange fördern und die Bindung zwischen Gewählten und Bürgern stärken.

In seinem Buch „La democrazia diretta vista da vicino“ fasst Zaquini seine Erfahrungen so zusammen:

La democrazia diretta moderna non elimina il sistema rappresentativo, ma lo affianca. La sola eventualità dell’intervento legislativo dei cittadini impone l’esistenza di un dialogo tra legislatori e cittadini. Questo dialogo è benefico per tutti. La percentuale di partecipazione degli aventi diritto al voto ed anche la saltuarietà degli interventi dei cittadini non hanno un significativo impatto pratico: la democrazia diretta moderna modifica profondamente e radicalmente la quotidianità del lavoro dei rappresentanti. … Ciò che risulta determinante è che l’intervento dei cittadini sia un’eventualità possibile e concreta e che esista una corretta informazione, a favore e contro ogni iniziativa. Importante è che l’intervento dei cittadini sia obbligatorio quando le leggi promulgate concernono i legislatori stessi. 

La democrazia diretta favorisce la coesione sociale e crea lo spirito di cittadinanza, inoltre ha un benefico impatto sull’economia in quanto riduce la corruzione essendo questa facilitata dalla concentrazione del potere. (S. 144)

Unrealistisch bei uns? Nein, meinte Zapuini. Man müsse bei einfachen, konkreten Sachthemen anfangen. Unser Flughafen-Referendum ist ein gutes Beispiel, dass wir auch schon etwas von den Schweizern gelernt haben. Denn das Informationsheft, das allen Haushalten zugesandt wurde, war ein wichtiger Schritt hin zu einer sachlichen Information mit Pro- und Contra-Positionen. Eine gute  Information, die die Debatte fördert, ist Voraussetzung für Bürgerbeteiligung und verantwortungsbewusste, korrekte Politik. Und ohne offene, sachliche Debatte wird die Demokratie verkümmern, die repräsentative wie die direkte.

Toni Ladurner