Archiv der Kategorie: Umwelt / ambiente

Verkehrspolitik: Vorrang für Gesundheit und Sicherheit

Die in den Medien veröffentlichte SVP-Kritik an der Meraner Verkehrspolitik verwundert:

  1. Sämtliche Maßnahmen, die nun kritisiert werden, sind vom Stadtrat gutgeheißen worden, dem 2 Mitglieder der SVP angehören.
  2. Die SVP hat über Jahre sowohl den Bürgermeister als auch den Verkehrsstadtrat gestellt. Das nun eingeforderte „langfristige Gesamtkonzept“ in Zusammenarbeit mit dem Bezirk gibt es. Das von der Bezirksgemeinschaft in der Vergangenheit erarbeitete „Namobu“ (Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt) blieb allerdings in Meran toter Buchstabe wie auch die von den Grünen seit Jahren lancierte straßenunabhängige Verbindung nach Schenna bzw. der Ausbau des Sesselliftes nach Dorf Tirol.
  3. Die SVP stellt fest, dass Meran im Verkehr erstickt. Das stimmt leider. Das Rezept, dass man nun die Fertigstellung der Nordwest-Umfahrung abwarten soll (mindestens 6 bis 7 Jahre), bevor Maßnahmen gesetzt werden, überzeugt nicht.
  4. Der Blickwinkel der Kritik ist ausschließlich auf den Autofahrer gerichtet: die Rechte der anderen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel) werden entweder komplett übersehen oder als völlig untergeordnet eingestuft.

Dazu einige Fakten und Überlegungen zum Verkehr in Meran:

  1. Die Zahl der in der Stadt verkehrenden Privatautos nimmt jährlich zu. In den vergangenen Jahren ist der private Autoverkehr in der Innenstadt durch den Bau von Parkgaragen noch gefördert worden (die letzte Garage wurde erst vor eineinhalb Jahren im Ex-Bristol Hotel eröffnet).
  2. Gleichzeitig hat die vorherige Regierung über Nacht die obere Freiheitsstraße auch für Busse und Taxis gesperrt und dadurch den öffentlichen Nahverkehr auf etlichen Strecken weniger attraktiv gemacht (Verspätungen und Ausfälle von Fahrten haben stark zugenommen).
  3. Meran verfügt leider immer noch nicht über ein durchgängiges und sicheres Radwege-Netz. Dafür müssen zum Teil erst die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen geschaffen werden, was einige Jahre brauchen wird.
  4. Die Zahl der Gäste in der Stadt und vor allem in den umliegenden Touristenhochburgen steigt nach wie vor, weil es dort einen ungebremsten Zuwachs an Gästebetten gibt. Und die meisten Touristen sind mit ihrem PKW unterwegs und tragen zur Verstopfung der Straßen bei.
  5. Die Belastungen durch Abgase und Lärm überschreiten an etlichen Stellen öfters die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte oder befinden sich am Limit. Dem will und muss die Gemeinde entgegenwirken. Auch der für Umwelt zuständige Landesrat Theiner hat erst kürzlich wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gefordert.
  6. Merans Straßen lassen nur an wenigen Stellen die Errichtung von Vorzugsspuren für Busse oder Fahrräder zu, so dass sich auf den allermeisten Straßen PKWs, LKWs, Busse, Fahrräder und Fußgänger den begrenzten Platz teilen müssen und daher die Frage der Sicherheit eine besondere Bedeutung hat.

Wie kann man verhindern, dass die Stadt im Autoverkehr erstickt und in nicht zu ferner Zukunft wegen zu hoher Luftverschmutzung und Lärmbelastung drastische Einschränkungen notwendig werden?

  • Wir müssen ein attraktives Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln schaffen, das Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit garantiert und dadurch Menschen bewegen kann, auf das Auto zu verzichten. Auch die schrittweise Umstellung auf emissionsärmere oder E-Busse ist notwendig.
  • Wir brauchen bessere, sichere Radwege und gute Gehsteige, damit manche Kurzstrecke (z.B. zur Schule und zum Kindergarten) ohne Privatauto zurückgelegt werden kann.
  • Wir müssen dafür sorgen, dass ein Teil der Autos, die von der MEBO oder aus den umliegenden Gemeinden kommen, nicht ins Zentrum fahren (müssen). Dazu sind in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt folgende Maßnahmen möglichst rasch umzusetzen:
    •  die Errichtung einer Tiefgarage am Bahnhof (die Zufahrtsrampen gibt es schon)
    •  die Realisierung der Standseilbahn nach Schenna und des wetterfesten Gondellifts nach Dorf Tirol.
  • Auch die Schaffung von mindestens einem weiteren Camper-Abstellplatz am Stadtrand und gute Lösungen für die Warenlogistik könnten das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt begrenzen.
  • Wir werden auch nicht umhin kommen, für den privaten Autoverkehr als Hauptverantwortlichen für die Luftverschmutzung Einschränkungen zu beschließen.

Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 oder 40 kmh (in Bozen übrigens schon seit Jahren in Kraft) kann auch die Lärmbelastung bis zu 3 Dezibel reduziert werden. Das ist nicht nur zum Vorteil für die Gesundheit der Anrainer, sondern erhöht auch stark die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Denn während der Aufprall bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h einer Fallhöhe von 10 Metern entspricht, reduziert sich dieser Wert auf 3,5 Meter bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h.

  • Die Herausforderung besteht darin, nicht diejenigen zu treffen, die auf das Auto aus beruflichen Gründen angewiesen sind, sondern jenen Leuten, die auf das Auto ganz oder teilweise verzichten könnten, die Wahl für ein anderes, die Umwelt weniger belastendes Verkehrsmittel zu bieten und dadurch allen Menschen in der Stadt saubere Luft zum Atmen und mehr Raum für sichere Bewegung zur Verfügung zu stellen. Denn wie der Dachverband für Natur und Umweltschutz ermittelt hat, gibt es in Südtirol wegen zu hoher Stickoxid-Werte in der Luft pro Jahr 68 vorzeitige Todesfälle.

Es gibt also viele und gute Gründe, gemeinsam ein gutes Verkehrskonzept zu entwickeln, das Alternativen zum privaten Autoverkehr anbietet, um die Gesundheit, die Sicherheit und die Mobilität aller Bürger zu garantieren. Das  Koalitionsprogramm gibt klare Leitlinien vor, die seit zwei Jahren mit kleinen Schritten umgesetzt werden. Die großen Fragen wird der neue Verkehrsplan beantworten, der jetzt in Ausschreibung ist.

Toni Ladurner, Cristina Kury             

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Solland Silicon: quale futuro per l’industria a Sinigo?

Toni Ladurner

Toni Ladurner

La Solland Silicon versa in una situazione di difficoltà, anche profonda, ormai da parecchi anni. La cosiddetta “soluzione Pugliese” si è purtroppo rivelata un fallimento totale:

– gli operai sono stati presi in giro da promesse mai mantenute;

– i fondi pubblici investiti non hanno finora sortito nessun effetto positivo;

– la sicurezza degli operai nella fabbrica e della popolazioni di Merano e dei comuni limitrofi è a rischio a causa dell’irresponsabilità dell’attuale proprietario.

Dunque sia i posti di lavoro, e la sorte di centinaia di famiglie, sia la sicurezza e la salute di decine di migliaia di persone sono a rischio.

Che fare?

Anche se il Comune non ha competenze dirette nella gestione della fabbrica e dell’areale e non ha strumenti efficaci per indirizzare in prima persona la politica industriale, ci si deve tuttavia attivare per garantire i diritti dei lavoratori ed il futuro delle loro famiglie. Cosa che è stata fatta attraverso diversi provvedimenti. Il Comune ed il Sindaco in primis devono preoccuparsi anche della sicurezza e della salute pubblica. Perché senza sicurezza non c’è nemmeno lavoro.

A mio avviso bisogna distinguere tra un piano A e un piano B per far fronte concretamente a questo problema. 

Il piano A dovrebbe avere come obiettivo la conservazione e la prosecuzione dell’attività produttiva. E con ciò quello della difesa dei posti di lavoro di questa fabbrica. Per fare questo vanno utilizzate tutte le possibili misure di sostegno (p.e. la cassa integrazione) per il necessario periodo di transizione e nella speranza che si trovi un investitore serio, convinto che il mercato internazionale, poco favorevole alla situazione locale, offra comunque uno sbocco duraturo a questo settore industriale.

Bisogna però pensare sin da ora anche ad un piano B, cioè immaginare un futuro industriale possibilmente diverso per questi operai e per questa zona, visto che le esperienze recenti non hanno alimentato l’ottimismo. È scontato che tutte e due le soluzione richiederanno grandi investimenti: tanto per attirare un nuovo acquirente della Solland, quanto per la riconversione dell’area. La storia di altri stabilimenti (penso tra l’altro alla siderurgia) dovrebbe insegnarci che bisogna immaginare per tempo nuovi scenari. Purtroppo in passato non sono nemmeno stati affrontati seriamente i problemi collegati alla bonifica, problemi che non possiamo rimandare all’infinito.

Lo sviluppo futuro di Merano deve prevedere una molteplicità di attività anche nell’economia. Oltre al turismo, all’agricoltura, all’artigianato e ai servizi, l’industria deve poter avere un futuro certo e deve poter essere considerata parte integrante della città e asse portante dell’economia.

Penso che questo abbia a cuore il nostro Sindaco quando parla di un futuro diverso per gli operai e per la zona industriale di Sinigo. Non si tratta di cancellare una storia e un patrimonio dell’intera città, ma di costruire insieme un futuro industriale più solido e meno impattante per l’ambiente.

Toni Ladurner1.12.2016

 

Wir sind Alperia?

Wie steht es um den Aufbau der neuen Gesellschaft nach der Fusion zwischen SEL und Etschwerken? Wird es für die Gemeinden Bozen und Meran in Zukunft wieder höhere Dividenden geben? Was wird aus dem neuen Sitz in Meran?

Toni Ladurner

Toni Ladurner

Diese und andere Fragen wurden am 9. November bei einer außerordentlichen Sitzung des Gemeinderats dem Generaldirektor Johann Wohlfarter, seinem Stellvertreter Paolo Acuti und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates Mauro Marchi gestellt.

Der Aufbau der neuen der Gesellschaft Alperia ist nach Aussage von Generaldirektor Wohlfarter eine Mammutaufgabe, da zwei Großbetriebe mit unterschiedlicher Geschichte und Philosophie zusammengeführt werden müssen (Wohlfahrter verglich die Etschwerke mit einem gut organisierten Batallion, während er für die SEL das Bild einer Pfadfinder-Gruppe verwendete). Da die Zusammenführung oder Neuschaffung von Organisationseinheiten auch Veränderungen für die Mitarbeiter/innen mit sich bringe (Versetzungen an andere Orte oder Abteilungen, neue betriebliche Strukturen und Abläufe), seien Probleme unvermeidlich. Trotzdem verlaufe dieser Prozess zügig und habe bereits einige Kosteneinsparungen erbracht.

Der im Fusionsvertrag zugesicherte neue Sitz in Meran auf einem Gelände neben dem Untermaiser Bahnhof werde auf jeden Fall realisiert, unterstrich der Generaldirektor. Es liege nun an der Stadt, sich für die beste Lösung zu entscheiden. Alperia könnte entweder den Sitz der Netzgesellschaft Edyna (z.Z. im Gebäude in der Laurinstraße) oder eine neu zu schaffende Forschungs- und Beratungseinrichtung in Kooperation mit Uni Bozen und EURAC dort unterbringen. Mit letzterem könnten wichtige Signale bezüglich erneuerbare Energien gesetzt und qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Jedenfalls betonten mehrere Gemeinderäte, dass der Sitz einer wichtigen Geschäftsabteilung mit 200 – 300 Arbeitsplätzen für die Stadt Meran von zentraler Bedeutung ist.

Zum Thema Dividenden gaben sich die drei Vertreter der Führungsriege von Alperia eher zugeknöpft. Statt der erwarteten zehn Millionen sind heuer ja nur ca. fünf Millionen in die Gemeindekasse geflossen und im kommenden Jahr werden es nicht mehr sein, weil wegen des Verfalls der Energiepreise die Erlöse stark gesunken sind (die rosigen Prognosen der Beratungsfirma MacKinsey vor der Fusion haben sich leider nicht erfüllt). Weil Alperia auch bei den Sponsorverträgen neue Kriterien anwendet (es werden vorwiegend größere, staatsweit sichtbare Vereine gefördert), müssen bei der Förderung von Jugend-, Kultur- und Sportvereinen in Zukunft wohl neue Lösungen gefunden werden.

Generaldirektor Wohlfarter bewies, dass er viele Details genau kennt, er konnte oder wollte auf manche Frage (z.B. wie steht es um die Realisierung eines Biomasse-Heizwerk?) jedoch keine oder nur vage Antworten geben. Er begrüßte den Appell von Kollegin Kury, Südtirol zu einem Energie-Vorzeigeland zu machen. Als kleinen Beitrag dazu habe sich Alperia zum Ziel gesetzt, dass in den nächsten drei Jahren die Hälfte des Fuhrparks (derzeit 386 Auto) emissionsfrei verkehren werden.

Wohlfarter & Co. haben sich sehr bemüht, die bisher unzureichende Kommunikation mit der Gemeinde Meran durch engagiertes Auftreten wettzumachen. Die Führung von Alperia ist sich offensichtlich bewusst, dass die Bevölkerung sich nur dann mit dem neuen Energiebetrieb identifizieren kann, wenn sie über die Entwicklungen auf dem laufenden gehalten wird und ihre Fragen ernst genommen werden.
Toni Ladurner, 12. November 2016

Bürgerbeteiligung konkret

Toni Ladurner

Für die Liste Paul Rösch und die Grünen war die Bürgerbeteiligung ein wichtiges Thema im Wahlkampf und sie ist ein zentrales Element des Regierungsprogramms.
Dass Bürgermeister Paul Rösch, Vizebürgermeister Andrea Rossi und Stadträtin Madeleine Rohrer sich aber auch in der konkreten Politik um effektive  Bürgerbeteiligung bemühen, zeigen die folgenden Beispiele. Von Gemeinderat Toni Ladurner

Verkehrsplan für das Stadtviertel Wolkenstein
Nach Treffen mit dem Stadtviertel-Rat, öffentlichen Infoabenden und einer gemeinsamen Ideensammlung in diesem vom Autoverkehr geplagten Viertel werden nun die Vorschläge für neue Verkehrslösungen – mit Vorrang für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen – unter Einbeziehung der Bewohner/innen konkretisiert und die definitiven Maßnahmen beschlossen.
Neugestaltung der Matteotti-Straße
Nach mehreren Aussprachen mit dem Stadtviertel-Rat, den Anrainern und Kaufleuten und nach Einholen eines Gutachtens des Denkmalamtes wurde das bereits von der vorherigen Stadtregierung genehmigte Projekt auf Wunsch der betroffenen Leute in wichtigen Punkten abgeändert und nun in Auftrag gegeben.
Schutzbauten in Gratsch
In Gratsch sind von der Agentur für Bevölkerungsschutz mehrere Maßnahmen gegen Überflutungen und Vermurungen am Burg- und Petererbach geplant. Nachdem Bürgermeister Rösch bereits im Vorfeld mit den betroffenen Grundeigentümern verschiedene Fragen besprochen hatte, sind Mitte Oktober bei einem Informationsabend, bei dem auch die Bürgermeister von Algund und Tirol anwesend waren,  die geplanten Maßnahmen zur Diskussion gestellt worden, bevor weitere Schritte unternommen werden.
Abfall-Entsorgung
Stadträtin Rohrer und der Direktor der Stadtwerke, Dr. Vitalini, sind sich bewusst, dass wirksame und Kosten sparende Maßnahmen zur Abfall-Entsorgung nur unter Einbeziehung der Bevölkerung Erfolg versprechend sind. Daher sind im Juni entsprechende Treffen mit dem Stadtviertel-Rat von Sinich aufgenommen worden, um die seit Jahren ungelöste Frage des Standortes des zweiten Presscontainers und des Mini-Recyclinghofes zu klären. Die Reaktion und die Proteste von Anrainern auf erste Vorschläge werden Ernst genommen, indem Vorschläge für alternative Standorte sorgfältig geprüft und letztlich die betroffenen Bürger/innen bei einer Befragung über den besten Standort entscheiden können.
Jugendbeirat
Obwohl es bei der Neuwahl einige Schwierigkeiten gegeben hatte und die Konstituierung mit etwas Verspätung zustande kam, haben der Vorsitzende des Jugendbeirates, Daniela Di Lucrezia und andere Vorstandsmitglieder bei der  Gemeinderatssitzung am 19. Oktober ein positives Bild über die Ziele und Aktivitäten dieses Gremiums gezeichnet. Die Begeisterung und Motivation der Jugendlichen und die Beharrlichkeit von Vizebürgermeister Rossi, der mit der Ernennung eines Moderators eine gute Entscheidung getroffen hatte, haben zu dieser ermutigenden Entwicklung geführt.
Beirat für Migranten und Vertretung im Gemeinderat
Am 19. Oktober hat auch der Vorsitzende dieses Beirates, Diaby Bassamba, im Gemeinderat die Gelegenheit erhalten, Bericht zu erstatten und Anliegen der neuen Meraner Bürger vorzubringen. Ein aktiver, von Politik und Verwaltung, unterstützter Beirat und eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat können die Bedingungen für die Integration der Migranten in unsere Gesellschaft verbessern. Daher werden wir auch den Vorschlag von Vizebürgermeister Rossi, für diesen Beirat eine Vertretung ohne Stimmrecht im Gemeinderat zu schaffen, unterstützen.
Reglement für Volksabstimmungen
Nach der Abänderung der Gemeindesatzung bezüglich Volksabstimmungen war eine Überarbeitung des entsprechenden Reglements erforderlich. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vizebürgermeister Rossi hat einen ersten – auf der Homepage der Gemeinde veröffentlichten – Vorschlag erstellt, der demnächst mit den verschiedenen Beiräten und mit Vertretern der Initiative für mehr Demokratie besprochen und bei einer Bürgerversammlung am 24. November zur Diskussion gestellt wird.

Der Prozess der Bürgerbeteiligung verläuft nicht immer einfach und konfliktfrei, das beweisen neben den Protesten in Sinich auch die Auseinandersetzungen um die Gestaltung der Matteotti-Straße oder die Einwände zur Verkehrsberuhigung im Steinach-Viertel. Vielleicht sind es aber gerade solche schwierigen Situationen mit einer z.T. mehrjährigen Vorgeschichte, die wertvolle Erfahrungen zur Verbesserung der Informations- und Debatten-Kultur liefern können.

Toni Ladurner, 25.10.2016

Referendum Flughafen: Ein überzeugtes Nein!

Toni Ladurner

Toni Ladurner

Bei der Veranstaltung von No-Airport.BZ und Grüne/Verdi/Vërc zum Referendum über den Ausbau des Bozner Flughafens am 7. Juni sind noch einmal wichtige Argumente für das Nein vorgebracht worden.

Stadträtin Madeleine Rohrer, Moderatorin des Abends, wies darauf hin, dass der Ausbau des Flughafens im Widerspruch zur Alpenkonvention steht, die auch von Italien 2013 unterzeichnet worden ist.

Auch mit dem von der UNO im April d. J. verabschiedeten Klimaprotokoll und den Zielen des von Landesregierung und Touristikern beworbenen „Klimalands Südtirol“ ist ein erhöhter Flugverkehr nicht vereinbart, betonte Andreas Riedl, Geschäftsführer des Dachverbands für Natur und Umweltschutz. Die Verdoppelung des Lärms und die Schadstoffzunahme in einem ohnehin schon sehr stark belasteteten Ballungsraum führe zu einer nicht zumutbaren Verschlechterung der Lebensqualität der Anrainer.

Sehr eindrücklich die Aussagen von Helmut Alessandrini. Als Anrainer und Mitglied des Mediatonsverfahrens 2006-07 hat er die Entwicklung und die Auswirkungen des Flughafens hautnah miterlebt. Er musste nicht nur erfahren, dass der von Landeshauptmann Durnwalder und seiner Landesregierung unterzeichnete Kompromiss der Mediation (kein Ausbau des Flughafens und keine größeren Maschinen) vollkommen missachtet wurde. Er betonte auch, dass die Flugzeuge vom Typ Boeing 737, die in Zukunft Bozen anfliegen sollen, eine viermal so hohe Schadstoff-Belastung für die Anrainer bringen würden. Der Biobauer und Ortsobmann des Bauernbundes in Bozen kritisierte das neoliberale Dreigestirn Geld – Geiz – Gier und sein Streben nach unbeschränktem Wachstum, während ein ausgewogenes Verhältnis von Wirtschaft und Natur ein Gebot der Stunde sei.

Das Märchen, dass Südtirol von einigen Touristen nur schwer erreichbar sei, wurde von Riccardo Dello Sbarba, Landtagsabgeordneter der Grünen, an Hand von offiziellen statistischen Zahlen widerlegt: Mit jährlich 30 Millionen Übernachtungen steht Südtirol mittlerweile an 2. Stelle aller Provinzen Italiens (nur Venedig weist mehr Übernachtungen auf!) und auch bei den Ankünften belegen wir mit einer Zahl von 6 Millionen in der Rangliste der 20 stärksten Provinzen Italiens Platz vier. Das Jammern über rückläufige Touristenströme oder fehlende Anschlüsse sei völlig fehl am Platz.

Auch das von den Befürwortern an die Wand gemalte Schreckgespenst, dass im Falle eines Nein beim Referendum das Land in Sachen Flughafen nicht mehr viel zu sagen habe, wurde von Dello Sbarba als reine Panikmache entlarvt. Denn sowohl der staatliche Plan für die Flughäfen – in Kraft seit 2. Jänner 2016 – als auch das Dekret des Landeshauptmanns Nr. 63 von 2008 sehen vor, dass bei kleinen Flughäfen die Regionen oder Provinzen Eigentümer und Entscheidungsträger werden. Die sonst so selbstbewusste und Entscheidungs freudige Landesregierung verstecke sich in dieser Sache hinter der Zentralregierung.

Wir können am 12. Juni also ohne Gewissensbisse und überzeugt mit NEIN stimmen!

Toni Ladurner

Flughafen: nein danke! – Aeroporto: no grazie!

Flughafen2Auch die Meraner Grünen sprechen sich für ein klares Nein zur Volksbefragung am 12. Juni. In den vergangenen Tagen haben viele MeranerInnen unsere zwei Infostände zum Flughafenreferendum besucht und die Broschüre mitgenommen.

Referendum Flughafen:

Am Dienstag 7. Juni um 20 Uhr findet ein Info-Abend im Kulturzentrum Mairania statt.  Interessierte sind herzlich eingeladen!

Referendum aeroporto

Il 12 giugno si avvicina: Mettiamocela tutta per far vincere il No.

Come Verdi abbiamo organizzato martedì 7/6 alle ore 20 al Centro per la Cultura in via Cavour: incontro-dibattito sull’aeroporto (vedi volantino allegato). Vi preghiamo di venire e di portare amici ed interessati. Grazie!!