Echte Verkehrsberuhigung durch Standseilbahn

In Hinblick auf den für Ende dieses Jahres geplanten Baubeginn des zweiten Teils der Nord-West-Umfahrung hat der Gemeinderat am 9. März die Weichen für die Errichtung einer Kavernengarage unterm Küchelberg durch private Investoren gestellt. Dieses umstrittene Vorhaben, das Teil des Koalitionsabkommens ist, könnte möglicher Weise in Verbindung mit einem Projekt der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt zur Schaffung einer Straßen unabhängigen Verbindung nach Schenna (z.B. in Form einer Standseilbahn, die den Küchelberg in einem Stollen durchquert) realisiert werden und dadurch neue Perspektiven für die Mobilität in und um Meran eröffnen.

Während sich ein Teil der Koalition und auch andere Parteien im Gemeinderat von der Umfahrung und von der Kavernengarage eine wesentliche Entlastung des Verkehrs in der Stadt erwarten, gehen wir Grüne davon aus, dass diese Vorhaben alleine keine tiefgreifende Lösung bringen werden.

Die Nord-West-Umfahrung wird einen Großteil des Durchzugsverkehrs von der Stadt fernhalten (ca. 15 – 20% des Gesamtverkehrs) während sie den Ziel- und Quellverkehr (80 – 85%) kaum beeinflussen wird. Die Kavernengarage wird nur dann zu einer teilweisen  Verkehrsberuhigung in der Stadt beitragen, wenn statt der in der Garage vorgesehenen Stellplätze an der Oberfläche Rotationsparkplätze verschwinden und Raum schaffen für  Anrainer-Parkplätze, breitere Gehwege und mehr Grün, für ein durchgehendes, sicheres Radwegenetz oder Vorzugsspuren für Busse. Also mehr Lebensqualität durch weniger Autos auf den Straßen der Stadt geboten wird.

Wesentlich größer wäre die Verkehrsberuhigung, wenn man das Vorhaben einer Standseilbahn nach Schenna realisiert und den bestehenden Sessellift nach Dorf Tirol zu einer wetterfesten Verbindung ausgebaut, weil dadurch die Zahl der Autos aus den zwei Touristen-Hochburgen sehr stark reduziert werden könnte.

Im Gemeinderat gibt es immer noch Leute, die zusätzlich zu den Parkgaragen möglichst viele Parkplätze auf den Straßen möchten. Auch von der Standseilbahn nach Schenna sind nicht alle angetan. So meinte etwa Andrea Casolari von der „Civica“, dass die Kavernengarage nicht ausgelastet sein könnte, wenn Touristen aus Schenna mit der Bahn nach Meran fahren. Er nimmt also weiterhin Stau und Verschmutzung in Kauf, weil private Interessen höher eingestuft werden.

Wir Grüne stehen zur Vereinbarung bezüglich Kavernengarage, treten aber mit Nachdruck für die möglichst gleichzeitige Realisierung der Standseilbahn nach Schenna ein und unterstützen eine bessere Sessellift-Verbindung nach Dorf Tirol. Da selbst der zukünftige SVP-Bezirksobmann Zeno Christanell diese umweltfreundliche Verbindung nach Schenna lobt und sie als prioritär einstuft und die Gemeinde Schenna auf deren Verwirklichung drängt, stehen die Zeichen gut, dass auch in Meran diese Chance für eine innovative Lösung genutzt wird.

Wem die Verkehrsberuhigung und die gute Luft wirklich ein Anliegen sind, der darf die Bevölkerung nicht mehr nur mit der Kavernengarage vertrösten.

Toni Ladurner

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