“Wie viele Antennen braucht Meran?”

Informationsabend vom 09.04.2015 mit dem Stuttgarter Strahlenschutzexperten Peter Hensinger und dem Meraner Verbraucherschützer Francesco Imbesi

Antenne in den Lauben

Antenne in den Lauben

Paul Rösch, Bürgermeisterkandidat der Liste Paul Rösch/Grüne, begrüßte die Anwesenden mit einem Versprechen: “Wir werden die Gemeindeverwaltung Meran zur Gesundheitsvorsorge verpflichten!” Es geht nicht an, dass die BürgerInnen – wie kürzlich bei der Aufstellung der Mobilfunkantenne in den Lauben – vor vollendete Tatsachen gestellt werden, weil die Gemeinde unbedacht Gesetze anwendet, ohne mögliche Alternativen auszuschöpfen. Das war zumindest der Eindruck, den viele Betroffenen aus der Altstadt in der regen Abschlussdiskussion hatten.

“Die Handlungsmöglichkeiten einer Stadtgemeinde sind doch groß” – sagte der Meraner Referent Francesco Imbesi, vom Beruf Verbraucherschützer und seit vielen Jahren in der Bildung und Aufklärung der Konsumenten aktiv. Zum Beispiel ein großer Teil des Schulbereichs, sprich Kindergärten, Grund- und Mittelschulen, falle in die Zuständigkeit der Gemeinde. Wobei vor allem in den Mittelschulen, wo das Land derzeit starken Druck zu einer Vernetzung mittels W-LAN ausübt, könne die Gemeinde eine klare Linie der Vorsorge vorgeben und für sichere Mediennutzung intervenieren – so versicherte Imbesi, der seinerseits zu den Gemeindewahlen Meran in der Liste Paul Rösch/Grüne kandidiert. Das Krankenhaus Meran – fügte er hinzu – verfügt als erste Einrichtung dieser Art in Südtirol über W-LAN Anschluss in der Geburtenabteilung, ausgerechnet dort, wo internationale Gremien und unabhängige Wissenschaftler am strengsten davor warnen.

Meran müsste so bald wie möglich einen Plan für die Standortbestimmung der Kommunikationsinfrastrukturen verabschieden, darüber waren sich an dem Abend alle einig. Eine ideale Voraussetzung, wie dann durch den Beitrag des Stuttgarter Strahlenschutzexperten Peter Hensinger klar wurde, um innovative Konzepte einzuführen. Unter anderem nach dem Vorbild der Stadt St. Gallen (CH), wo mittels einer durchdachten Netzarchitektur eine bessere Erschließung der Kommunikation für mobile Geräte (sprich Smartphones und Tablets) bei gleichzeitiger Minimierung der Strahlenexposition für die Gesamtbevölkerung erreicht wurde. Hensinger ging auf viele Details dieser Installation ein, welche für Meran ein hohes Prestige bedeuten würde. Ganz wichtig erweise sich auf dieser Ebene ein ständiger Dialog mit der Bevölkerung, um die Feinheiten dieses Systems nach den Bedürfnissen der Bürger zu gestalten. Information sei da A und O jeder Innovation. Wo brauchen wir z.B. mobile Geräte, nur unterwegs oder auch zu Hause? Wenn der Außenraum mithilfe der öffentlichen Hand vernetzt wird, bleibt der Innenraum von Strahlung verschont – es sei denn, dass sich der/die einzelne Wohnungs- bzw. Büro- oder Lokalbesitzer/in die mobile Vernetzung in den eigenen Räumen wünscht. Das kann dann ohne Belastung der Nachbarn erfolgen, schließlich eine Win-Win Situation für die ganze Bevölkerung.

Auch ging es an dem Abend über innovative Technologien zur Gerätevernetzung ohne jegliche Funkbelastung. Ist das überhaupt möglich? Einige Ansätze dazu gibt es bereits, nachdem bereits erfolgte Aufträge für die Vernetzung von öffentlichen Bibliotheken und Schulen in Süddeutschland bald abgeschlossen sind. Dabei erfolgt die Kommunikation über Lichtmodulation im Rahmen des Protokolls VLC (=visible light communication), und zwar über die Beleuchtung der Räume mittels LEDs.

Also, Zukunftsperspektiven, die sich die Liste Paul Rösch/Grüne für die Stadt Meran gut und gerne vorstellen kann!

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