Die Bedürfnisse der SeniorInnen sind ernst zu nehmen!

seniorenRund 20 Prozent der Bevölkerung von Meran ist über 65 Jahre alt. Laut Meraner Sozialplan ist abzusehen, dass sich die Bevölkerungsstruktur in den nächsten 15-20 Jahren weiter deutlich zugunsten der älteren Jahrgänge verschiebt. Damit werden auch Demenzkrankheiten verstärkt auftreten, für die es besonderer Betreuung bedarf.

Die Politik muss dieser Entwicklung Rechnung tragen und die Bedürfnisse der SeniorInnen berücksichtigen, die sich in den verschiedensten Bereichen ergeben, damit diese so lange wie mög­lich ein selbstbestimmtes Leben führen können. Hier nur einige Beispiel: eine Wohnstruktur, die Kontakte ermöglicht (zum Beispiel generationsübergreifendes Wohnen, Alten-WG, sichere Fußwege, öffentliche Verkehrsmittel, in die leicht einzusteigen ist und die zum gewünschten Ziel führen).

Besonderen Schutz brauchen ältere Menschen, wenn sie nicht mehr vollständig autonom leben können bzw. wenn sie pflegebedürftig sind. Neben einem effizienten Hauspflegedienst braucht es eine ausreichende Anzahl an betreuten Seniorenwohnungen und stationären Pflegeplätzen.

Zu den Seniorenwohnungen.

Der Sozialplan sieht vor, dass zum Bestand bis Ende 2015 zusätzlich 35 neue Seniorenwohnungen (betreutes Wohnen) errichtet werden und dass die bestehenden Wohnungen bis Ende 2011 in betreutes Wohnen umgewandelt werden. Die Wirklichkeit sieht anders aus:

  • der Bau der 40 Wohnungen in der Totistraße ist blockiert;
  • die Unterkunft in der Villa Maria ist für die Zukunft fraglich;
  • die Bewohner der 18 Wohnungen der Villa Katherina müssen nach dem Verkauf des Komplexes Zarenbrunn ans Land laut Vertrag Ende 2016 ausziehen.

Also: es wurden nicht nur keine neuen Strukturen zur Verfügung gestellt, sondern bereits bestehende werden abgebaut. Auch der Umbau der Altenwohnungen in betreute Wohnungen geht nur langsam vor sich.

Zu den Pflegebetten:

Der Sozialplan legt fest, dass bis Ende 2013 zusätzliche 80 Pflegebetten zur Verfügung gestellt werden sollen. Dazu sollen bis 2015 weitere 15 Betreuungsplätze für demenzkranke Personen geschaffen werden.

Die Wirklichkeit sieht anders aus:

  • laut der am Mittwoch zu genehmigenden Konvention zwischen Gemeinde und Martinsbrunn sollen 90 Pflegebetten geschaffen werden. Die gesamte Bettenanzahl soll Ende 2020 zur Verfügung stehen (Abnahmebescheinigung für das Gesamtvorhaben).

Das heißt: wir planen für das Jahr 2020 weniger Betten, als der Sozialplan für das Jahr 2015 vorsah. Zusätzlich wurden 22 Betten in der Villa Petersburg (durch den Verkauf von Zarenbrunn) abgebaut. Und die Fortsetzung der Tätigkeit der Genossenschaft Haus Sonnenschein ist mehr denn ja fraglich: der Mietvertrag für ex-Hotel Augusta läuft nächsten Sommer aus und das Urteil des Staatsrates über die Einstufung der Tätigkeit steht noch aus.

 Die Vorschläge der Grünen:

  1. Angesichts der demographischen Zunahme von älteren Menschen und der de facto Abnahme von Unterkünftigen, muss dringend an die Realisierung von neuen Wohneinrichtungen und Pflegeeinrichtungen gedacht werden. Dabei soll neben den traditionellen Unterkünften auch neue Wohnformen im Alter zur Verfügung gestellt werden. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, im nun landeseigenen Komplex Zarenbrunn in Form eines Pilotprojektes neue Wohnformen im Alter zu erproben.
  2. Konvention mit Martinsbrunn. Die Rangordnung für die Aufnahme der Betreuten soll Martinsbrunn überlassen werden. Wir schlagen vor, dass die Gemeinde sämtliche Anträge von Personen an die verschiedenen Betreuungseinrichtungen koordiniert, indem eine einheitliche Zugangsliste erstellt wird (siehe dazu auch Sozialplan s. 19). Dabei soll jenen Personen der Vorrang eingeräumt werden, die ein großes Maß an Pflege brauchen. Vorteile einer EINHEITLICHEN Liste: man weiß, wie viele Menschen tatsächlich einen Pflegeplatz suchen, vermeidet unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe, und jene Personen, die am dringendsten einen Pflegeplatz brauchen, kommen zum Zug.
  3. Für „selbständige“ bzw. „leicht pflegebedürftige“ Menschen sollten Wohnalternativen geschaffen werden (siehe Problem: betreutes Wohnen bzw. Pkt 1).
  4. Der Sozialplan der Stadt Meran ist dringend zu überarbeiten.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s