Zarenbrunn – Antwort auf Durnwalder

Zarenbrunn DurniDer Zarenbrunn-Deal und wer davon profitiert:
Replik auf das TAGESZEITUNG-Interview mit Landeshauptmann Durnwalder

Landeshauptmann Durnwalder wird in einem Interview der TAGESZEITUNG mit der Kritik der Grünen zum Kauf von Zarenbrunn konfrontiert. Seine Aussagen dürften vielen Menschen die Augen öffnen. Auf die Frage, warum das Land den Immobilienkomplex Zarenbrunn für 6,8 Mio. Euro ankaufen will, um ihn dann kostenlos für 29 Jahre dem Verein Borodina zur Verfügung zu stellen, verweist Durnwalder auf „millionenschwere Kooperationen zwischen Russland und Südtirol; man denke zum Beispiel an die Aufträge in Sotschi.“ Das ist also der wahre Grund, warum 41 alte und pflegebedürftige Leute, die derzeit in Zarenbrunn untergebracht sind, eine neue Unterkunft suchen müssen. Es geht um große Geschäfte in Russland, und die Nutznießer davon werden mit 6,8 Mio. Euro Steuergelder gefördert.

Der Landeshauptmann, der diese öffentlichen Gelder für den Ankauf von Zarenbrunn bereitstellt, ist zugleich der Vizepräsident des Vereins Borodina, dem die Liegenschaft für 29 Jahre gratis zur Verfügung gestellt wird. Einen Interessenskonflikt zwischen diesen beiden Rollen will der Landeshaupt partout nicht erkennen: „Ich bekomme keinen Cent für die Sitzungen bezahlt“, lautet die für sein Rechtsverständnis bezeichnende Antwort.

Welche Aufgabe im öffentlichen Interesse der Verein Borodina in Zukunft in Zarenbrunn, einer Liegenschaft im Eigentum des Landes, erfüllen soll, bleibt unklar. Der Landeshauptmann und Vizepräsident des Vereins hat dazu keine klaren Vorstellungen: „Der Borodina-Verein ist ein kultureller Verein, der alte kulturelle und religiöse Denkmäler wieder herrichten will.“  Interessant und überraschend an dieser Aussage ist nur, dass sich Durnwalder in einem Verein engagiert, der „alte Denkmäler wieder herrichtet“. Wozu der Verein vom Land zwei prächtige Häuser, ein kleineres Haus, einen Park und eine Kirche kostenlos übertragen bekommt, bleibt ebenso unklar, wie die Frage, wer für die Sanierung bzw. Adaptierung von Zarenbrunn aufkommen soll, deren Notwendigkeit der Direktor des Vereins Borodina bereits angekündigt hat. Durnwalder sagt zwar, dass diese Kosten vom Verein getragen werden, aber er verweist gleichzeitig auf „zahlreiche Schätzungen über notwendige Sanierungen, die vom Land gemacht worden sind.“ Wiederum vermischt sich die Rolle des Landeshauptmannes mit der des Vizepräsidenten des Vereins Borodina.

Die Grünen fordern die neue Landesregierung auf, den Zarenbrunn-Deal und seine Hintergründe zu überprüfen und dafür Sorge zu tragen, dass die 6,8 Mio. Steuergelder wirklich im öffentlichen Interesse aller Südtiroler BürgerInnen verwendet werden.

Cristina Kury

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