Tourismuskonzept Meran

Soll in Meran die Möglichkeit geschaffen werden, in den nächsten 9 Jahren  zusätzliche 1.200 Gästebetten zu schaffen?

Pressekonferenz Heiss - Kury

Pressekonferenz Heiss – Kury

Diese Frage ist nur nach eingehender Analyse der Entwicklung des Tourismus auf Landesebene und auf Bezirksebene zu beantworten. Es braucht dringend ein seriöses landesweites Konzept mit Antworten auf die Fragen:

  • wie viel Tourismus verträgt das Land,
  • welchen Tourismus wollen wir,
  • wie erhält man eine möglichst hohe Wertschöpfung aus dem Tourismus für das Land,
  • welche Wirtschaftskategorien leisten ihren Beitrag für die aufzuwendenden finanziellen Mittel? In welcher Höhe?

Willkürlich geschaffene Möglichkeiten zur Bettenaufstockung ohne Vernetzung mit zumindest den umliegenden Gemeinden, ohne verbindliche Maßnahmen zur Lenkung der Auswirkungen (Verkehr, Auswirkungen des Tagestourismus, Freizeit- und Aufstiegsanlagen, Personalangebot u.ä.) und ohne klare raumordnerische Prinzipien sind aus wirtschaftlicher und sozialer Perspektive nicht zu verantworten.

Die Grünen fordern die Gemeinde auf, die Tourismusentwicklung und Ausweisung neuer Tourismuszonen in engem Zusammenhang mit der Stadtentwicklung im Rahmen des Masterplans zu definieren.       

Am nächsten Donnerstag wird der Meraner Gemeinderat über das „Gesamtkonzept für die Ausweisung von Zonen für touristische Einrichtungen“ (Kohl und Partner) beschließen.

Die Genehmigung des Konzeptes ist die Voraussetzung für die Ausweisung neuer Tourismuszonen und damit für den Neubau und den Ausbau von Hotels, die über die gesetzlichen Möglichkeiten der qualitativen und quantitativen Erweiterung hinausgehen.

Das Konzept geht von folgenden Überlegungen aus:

  • Meran verfügt derzeit über rund 6.000 Fremdenbetten.
  • in den nächsten ca. 10 Jahren werden an die 500 Betten aus verschiedenen Gründen abgebaut werden.
  • Dieselbe Anzahl an Betten wird durch die qualitative und quantitative Erweiterungsmöglichkeit der bestehenden Hotels dazukommen.

Und kommt zum Schluss:

  • bis zum Jahre 2022 soll in Meran die Möglichkeit geschaffen werden, zusätzliche 1.200 Betten zu errichten. Diese sollen zu 50 Prozent den bestehenden Betrieben vorbehalten werden, die zusätzlich zur Möglichkeit der qualitativen und quantitativen Erweiterung nach deren Ausschöpfung weitere 600 Betten auf der als Tourismuszone ausgewiesenen anliegenden grünen Wiese bauen dürfen. Die restlichen 50 Prozent sind neuen Hotels in neu ausgewiesenen Zonen (der Löwenanteil sicherlich im Grünen) vorbehalten.

Die Grünen überzeugt das Konzept nicht:

  • Es betrachtet die touristische Entwicklung der Stadt Meran isoliert von der Entwicklung und der geplanten Steigerung der Bettenkapazität der Nachbargemeinden.
  • Der Vorschlag der 20 prozentigen Bettensteigerung resultiert weniger aus einer Analyse der Tourismusentwicklung, sondern basiert zum Großteil auf Selbsteinschätzung der Tourismustreibenden (Arbeitsgruppe und Befragung von Hoteliers).
  • Es listet eine Reihe von Maßnahmen auf, die großteils unterstützungswürdig sind, aber keine rechtliche Verbindlichkeit haben.
  • Bereits ausgewiesene Tourismuszonen (Kastanienweg, Verdistraße) und die genehmigte Aufstockung des Thermenhotels um 17.000 m³ (ein Einfamilienhaus hat ca. 650m³) werden nicht berücksichtigt.

Conclusio:

Die Stadtverwaltung ist dabei, die Gruppe zu ermitteln, die „die Zielsetzung entwerfen soll, nach der sich die städtebauliche Entwicklung Merans bis zum Jahre 2030 richten soll“ (Beschluss 28.12.2012 des Ausschusses zur  Ausschreibung des Masterplans). Die quantitative Entwicklung des Tourismus und die raumordnerische Planung von neuen Tourismuszonen stehen in engstem Zusammenhang damit. Es ist deshalb nicht zielführend, jetzt ein Tourismuskonzept zu genehmigen, das die Ausweisung von Tourismuszonen für 1.200 neue Betten ermöglicht.

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