Freie Fahrt für Autos – weg mit Bussen, Radfahrern und Fußgängern. So lässt sich die neue Verkehrspolitik des BM Januths und seiner Stadtregierung zusammenfassen. Und sie ist doch nicht eine neue sondern die alte, die jetzt voll zum Tragen kommt.
Es ist genau die Verkehrspolitik, die ihm den Bürgermeistersessel gebracht hat, als er noch unter Bürgermeister Alber, mit Hilfe der italienischen Rechten und gegen die Regierungspartner Grüne und Mittelinks, die zentrumsnahe Trasse der Umfahrung – des Küchelbergtunnels – in einem Handstreich durchboxte.
War er zwischen 2005 und 2010 noch durch die Partner der PD gebremst, kann er jetzt seine “Vision” konsequent umsetzen. So sollen die Busse aus dem Stadtinneren verschwinden, es gibt eh schon so viele Parkplätze in unmittelbarer Zentrumsnähe – und es werden noch mehr werden. So sollen Wohnstraßen wieder zu Durchfahrtsstraßen werden: So geschehen in der Otto-Huber-Straße. Fahrradwege werden keine gebaut. Dort wo sie bestehen, werden sie verdrängt – siehe der zweispurige Abschnitt der Otto-Huber-Straße. Verkehrsberuhigte Straßen werden wieder für den Durchfahrtsverkehr geöffnet und dabei geschützte Radstrecken eliminiert: So geplant in der Tennisstraße.
In den letzten Tagen kam dann eine verblüffende Aussage hinzu – eigentlich nur eine konsequente angesichts der januthschen “Vision”: Wir bauen die Tiefgarage am Kapuzinergarten – also weitgehend mit öffentlichen Geldern, was allen Beteuerungen der vergangenen Jahren und einem einstimmigen Votum des Landtages widerspricht. Schwierig sei es nicht, denn man brauche nur die bestehende Plazatiefgarage zu vergrößern und sie an den Tunnel anzuschließen. Somit wird es de facto eine Ausfahrt in unmittelbarer Zentrumsnähe geben. Das steht in krassem Widerspruch zu den Empfehlungen aller Studien und offiziellen Plänen zur Mobilität in Meran (Grazer Studie, Knoflacher Studie, EURAC-Studie, Verkehrsplan). Es steht aber nicht im Widerspruch zu den offenen Wünschen einiger “Laubenkönige”.
Nach und nach entfaltet der Küchelbergtunnel seine Wirkung in der Meraner Innenstadt: mehr Verkehr, weniger Busse und Radfahrer. Wer aus ökologischen oder sozialen Gründen nicht mit dem Auto in die Tiefgarage in Laubennähe fährt, ist heute schon ein Bürger zweiter Klasse und wird sich nach Fertigstellung der Umfahrung samt Tiefgaragen am Kapuzinergarten und hinter den Lauben erst recht wie ein “Tepp” vorkommen.
Marco Dalbosco
Bezirkssprecher der Grünen
Verkehrte Verkehrspolitik der Gemeinde Meran
24. September 2011 von marcodal
Veröffentlicht in Deutsch, Gemeindepolitik / politica comunale, Soziales / sociale, Umwelt / ambiente, Verkehr / mobilità | Getaggt mit Bürgermeister, Bus, Dalbosco, Eurac, Fußgänger, Grazer Studie, Januth, Kapuzinergarten, Küchelbergtunnel, Knoflacher Studie, Laubenkönige, Mobilität, Otto-Huber-Straße, Parkplätze, Rad, Radfahrer, Tennisstraße, Tiefgarage, tunnel, Verkehrspolitik, Wohnstraße | 3 Kommentare
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Kommentare/Commenti
Michael Bockhorni on SPERRMÜLL: WIEDERVERWERTUNG… Maria Hofer on Spielhallen: Verfassungsgerich… Anna Rainer on I veri costi della circonvalla… Anna Rainer on I veri costi della circonvalla… feinstaubmeran on Fußgängerzone Obere Meinh…

Wer es bisher noch nicht gemerkt haben sollte…Januth ist kein Bürgermeister für alle Meraner.
Er ist eine Marionette der Landesregierung, ein jämmerlicher Verwalter von Lobby-Interessen…ein willfähiger Handlanger der alten SVP-Betonierkaste.
Merans Radwege zeichnen sich schon seit Jahr und Tag dadurch aus, dass sie da enden wo sie am nötigsten gebraucht werden. Lieblos in die Äußersten Ecken verbannt und für die alltägliche Benutzung ungeeignet.
Fahrradwege in Meran haben nur Alibifunktion damit man touristisch ein paar bunte Linien in die Prospekte malen kann. Blendwerk von unterbelichteten Schreibtischtätern.
Und dieses Krüppelwerk wird jetzt noch weiter beschnitten.
Super, ein Armutszeugnis mehr…
http://www.mobilityweek.eu/
Nachhilfe für die Ignoranten in Merans.
Amtsstuben.
http://www.bocklradweg.de/?fahrrad_mobil